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Preise & Recht

Sicherungskasten erneuern: Kosten, Pflicht und Ablauf

6 Min. Lesezeit Aktualisiert: 10. Juli 2026
Sicherungskasten erneuern: Kosten, Pflicht und Ablauf

Einen Sicherungskasten zu erneuern kostet in einem Einfamilienhaus meist zwischen 1.200 und 1.800 Euro, bei zusätzlichem Umbau des Zählerschranks bis etwa 3.500 Euro. Der genaue Preis hängt von der Zahl der Stromkreise, dem Zustand der Anlage und dem Aufwand ab. Hier erfahren Sie, woran Sie den Bedarf erkennen und was den Preis bestimmt.

Woran erkenne ich, dass eine Erneuerung nötig ist?

Nicht jeder alte Kasten muss sofort raus – aber einige Anzeichen sollten Sie ernst nehmen. Fehlt ein FI-Schutzschalter (RCD), sitzen noch alte Schraubsicherungen im Kasten oder wird das Gehäuse warm und brummt, ist die Anlage nicht mehr auf dem heutigen Sicherheitsstand.

  • Alte Schraub- oder Diazed-Sicherungen statt moderner Leitungsschutzschalter.
  • Kein FI-Schutzschalter vorhanden – lesen Sie dazu FI-Schutzschalter nachrüsten.
  • Der Kasten wird warm, brummt oder riecht nach heißem Kunststoff.
  • Die Sicherung fliegt immer wieder – siehe Sicherung fliegt raus.
  • Textil-isolierte Altleitungen oder fehlender Schutzleiter im Altbau.

Was kostet die Erneuerung?

Als grobe Orientierung – der verbindliche Festpreis ergibt sich immer erst nach einer kurzen Besichtigung:

  • Kleinere Erneuerung / einzelner Verteiler: ca. 500–1.200 €
  • Standard-Einfamilienhaus, kompletter Verteiler: ca. 1.200–1.800 €
  • Mit Austausch oder Umbau des Zählerschranks: ca. 1.800–3.500 €
  • Jeder zusätzliche abgesicherte Stromkreis: ca. 30–50 €

Tipp: Eine Erneuerung ist der ideale Zeitpunkt, um gleich FI-Schutzschalter und eine saubere Stromkreis-Aufteilung mitzumachen – das spart einen zweiten Einsatz.

Was wird beim Austausch gemacht?

  • Aufnahme der vorhandenen Stromkreise und Lasten.
  • Abstimmung mit dem Netzbetreiber, falls der Zählerschrank betroffen ist.
  • Einbau von Leitungsschutzschaltern und FI/RCD nach aktueller Norm.
  • Sauberes Beschriften aller Stromkreise.
  • Messung, Prüfprotokoll und Übergabe.

Zählerschrank: Normen und Netzbetreiber

Sobald der Zählerschrank betroffen ist, gelten die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers und die aktuelle Norm. Arbeiten am plombierten Bereich dürfen nur eingetragene Elektro-Installationsbetriebe ausführen und beim Netzbetreiber anmelden – das ist kein Fall für Heimwerker.

Altbau: besondere Situationen

In älteren Häusern treffen wir oft auf klassische Nullung, fehlenden Schutzleiter oder stoffummantelte Leitungen. Dann ist die Erneuerung des Kastens nur ein Teil – meist müssen einzelne Leitungswege mit betrachtet werden. Wir sagen Ihnen ehrlich, was wirklich nötig ist und was warten kann.

FAQ

Noch Fragen?

Darf ich den Sicherungskasten selbst tauschen?
Nein. Der Verteiler und besonders der plombierte Zählerbereich gehören in die Hände eines eingetragenen Elektrofachbetriebs. Eigenmächtige Arbeiten sind gefährlich und kosten den Versicherungsschutz.
Muss ich beim Erneuern auf FI-Schutzschalter umrüsten?
Bei einer Erneuerung wird der FI-Schutz nach heutiger Norm eingebaut – das ist dringend zu empfehlen und in vielen Fällen ohnehin vorgeschrieben.
Wie lange bin ich ohne Strom?
Bei einem Standard-Einfamilienhaus meist nur wenige Stunden. Größere Umbauten mit Zählerschrank können einen Arbeitstag dauern – wir stimmen das vorher mit Ihnen ab.
Zahlt der Vermieter oder der Mieter?
Die feste Elektroinstallation inklusive Sicherungskasten gehört dem Eigentümer – die Erneuerung ist daher in aller Regel Sache des Vermieters.
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